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Willkommen in der 3. Dimension

3.) Techniken zur Betrachtung von Stereobildern

Beim Betrachten von Stereobildern ist es notwendig, dass das linke Halbbild nur vom linken Auge gesehen wird und das rechte Halbbild nur vom rechten Auge. Diese Aufgabe zu lösen ist jedoch ohne zusätzliche Hilfsmittel leider nicht möglich. Zu nennen sind hier z.B. die Stereoprojektion mittels zweier Projektoren, verschiedene Blicktechniken wie der Parallelblick oder der Kreuzblick, Shutterbrillen, Polrisationsbrillen, usw..

Ein sehr günstiges aber trotzdem gutes Verfahren, welches ideal mit den Möglichkeiten der digitalen Fotografie zu verwirklichen ist, ist die Anaglyphentechnik. Der Deutsche Willhelm Rollmann (1853) und der Franzose J. Ch. D'Almeida (1858) entwickelten unabhängig voneinander das Anaglyphen - Verfahren. Sie kamen auf die Idee, beide Stereohalbbilder und die Gläser einer Brille einzufärben. Auf diese Weise konnten übereinander gezeichnete, kopierte oder projizierte Stereoteilbilder räumlich betrachtet werden.

Ducos du Hauron (1891) verbesserte das Verfahren und machte es populär. Die Bildtrennung erfolgt beim Anaglyphenverfahren durch Farbfilter.

Das Grundprinzip der Bildtrennung mittels Anaglyphentechnik ist leicht erklärt: Die beiden Stereo-Halbbilder werden in Komplementärfarben eingefärbt und 'übereinandergelegt' (in den Farbwerten addiert). Hierbei werden zweckmäßigerweise solche Farben verwendet, die später wieder eine gute Trennung ermöglichen, beispielsweise Rot/Grün, Rot/Blau oder Rot/Cyan.

Die Trennung der beiden Halbbilder erfolgt durch eine sogenannte Anaglyphenbrille, deren eine Seite rot eingefärbt ist (in der Regel die linke Seite) und deren andere Seite grün, blau oder cyan eingefärbt ist (logischerweise dann die rechte). Durch die rote Seite der Brille erscheint die rote Farbe weiß und die blaue Farbe schwarz, umgekehrt erscheint durch die blaue Seite der Brille die blaue Farbe weiß und die rote Farbe schwarz. Die Farbe kann also zur Bildtrennung verwendet werden: Schaut man durch eine Anaglyphenbrille auf ein Anaglyphenbild, sieht man mit dem linken Auge nur das linke Bild und mit dem rechten Auge nur das rechte Bild.

Der Umstand, dass das Gehirn nicht nur das Raumbild errechnen muss, sondern auch noch die Farben fusioniert, ist anstrengend. Besonders Spielfilme in den 50er Jahren hatten deshalb neben Begeisterung auch Kopfschmerzen hervorgerufen.

Die Trennung beider Teilbilder gelingt aber selbst bei guter farblicher Abstimmung von Bildvorlage und Filter nicht hundertprozentig. Die Folge sind Schatteneffekte oder auch Geisterbilder besonders bei kontrastreichen Motiven. Bei gedruckten Vorlagen spielt selbstverständlich auch die Farbe des bedruckten Papiers eine große Rolle. Ein weiterer Nachteil ist die fehlende Farbinformation. Anaglyphenbilder sind deshalb in der Regel für schwarz/weiß Abbildungen geeignet.

Es gibt auch farbige Anaglyphenbilder, die Farben wirken etwas blasser als in der Realität und die Motivfarbe spielt hier eine größere Rolle, ob sich ein Motiv gut darstellen läßt. Für farbige Bilder hat sich als Trennfarbe die Kombination aus Rot und Cyan bewährt. Trotz leichter Einschränkungen sind hiermit erstaunliche farbige Resultate möglich.

 

Kapitel 4:  Bau einer Aufnahmehilfe (Prototyp)  

 

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Techniken zur
Aufnahme von
Stereobildern

Techniken zur
Betrachtung von
Stereobildern

Bau einer
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(Prototyp)

Das erste
Stereofoto

Erzeugung eines
Anaglyphen-
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Betrachtung und
erste Bilder

       
 
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