Brickfilme mit der IXUS
In der Hand hatten wir sie schon fast alle und wer noch welche
sein Eigen nennt kann sie für neue Spielereien verwenden.
Die Sprache ist von den viel geliebten LEGO Steinen. Was man alles
damit machen kann zeigt der folgende Workshop.
Brickfilme sind kleine Animationen, bei denen die Schauspieler
und das Filmset aus Lego bestehen. Jede Bewegungssituation wird
Bild für Bild aufgenommen um später zu einem Film zusammengefügt
zu werden. Mit ein wenig Phantasie, Spass am Spiel und viel Geduld
lässt sich ein solcher Film selbst herstellen. Benötigt
wird dazu eine Digitalkamera (z.B. eine IXUS) + Stativ, viele bunte
LEGO Bausteine und eine gute Filmidee.
Als erstes schnappt man sich die Bausteine um ein Filmset inklusive
aller Darsteller, Fahrzeuge und Häuser zu bauen. Um den Anfang
einfacher zu gestalten eignet sich eine Stadtszene sehr gut. Häuser
und Autos sind schnell gebaut und entsprechende Platten für
die Strassen sind meist im Haus.

Nachdem das Set steht spielt man erste Aufwärmszenen mit den
einzelnen Darstellern durch. Je nachdem was alles im Film passieren
soll ist es sinnvoll ein wenig zu üben.
Am einfachsten ist die Animation eines Autos. Die Digitalkamera
wird auf dem Stativ an eine feste Position gestellt. Das zu animierende
Auto wird in regelmäßigen Abständen bewegt und jedesmal
ein Foto geschossen. Um beim späteren Ablauf der Einzelbilder
eine flüssige Bewegung zu erhalten sollte man auf gleichmäßige
und weiche Bewegungen achten. Nachdem die Animation mit dem Auto
klappt ist als nächst schwierigere Stufe ein Mensch dran. Wer
es sich einfach machen will bewegt nur die Figur ohne die Gliedmasse
zu verändern. In der gehobenen Version versucht man einen Menschen
in seinen Bewegungen nachzuahmen.
Sind die Schauspieler fit für die erste Szene, macht man alle
nötigen Einstellungen am Set und startet den ersten Durchlauf.
Um Abwechslung in den Film zu bringen empfiehlt es sich die Szenen
aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu drehen. Die Bilder können
durchaus in einer kleinen Auflösung (z.B. 640 x 480) gemacht
werden, die PAL-Auflösung des Fernsehens beträgt auch
nur 768x576 Pixel und bei Bewegtbildern fallen kleine Detailschwächen
kaum auf.
Sind alle Szenen nach viel Mühe und Geduld im Kasten muss
man den Bildern nur noch das Laufen beibringen. Am einfachsten geht
es mit dem kostenlosen Tool JPGVideo.

Unter "JPG Directory" gibt man den Pfad an, in dem die
gemachten Einzelbilder liegen. "Output" gibt das Ziel
des erzeugten AVI-Files an. Mit "Frames per Second" kann
man die Bildzahl pro Sekunde im Video definieren. Wirklich flüssig
ist das Ganze zwar erst ab 25-30 Frames pro Sekunde, aber um der
Aufwand um eine solche Framerate zu erreichen ist bei einer Animation
viel zu hoch. Ich habe gute Erfahrungen mit 6 Frames pro Sekunde
gemacht. Unter "JPG Sorting" kann man noch angeben, wie
die Reihenfolge der im Ordner "JPG Directory" abgelegten
Bilder gehandhabt werden soll.
Sind alle Einstellungen gemacht geht es mit dem Button "Ok"
weiter. Die Erzeugung des AVIs wird über den Button "Run"
gestartet. Zurück zur Konfiguration gelangt man über "Configure".
Die restlichen Tasten dürften selbsterklärend sein.

Nach dem Klick auf "Run" erscheint ein letztes Fenster,
in dem man eine Komprimierung für das entstehende AVI auswählen
kann. Wird der Film in keinem anderen Programm mehr weiterverarbeitet,
empfiehlt sich die Verwendung eines Codecs, wie z.B. DivX. Soll
der Film in einem Videobearbeitungsprogramm noch mit Effekten, Schrift,
usw. verfeinert werden, sollte hier die Einstellung "Uncompressed"
genutzt werden. Das entstehende Videofile kann dabei allerdings
sehr groß werden.
Wer sich richtig viel Mühe geben möchte vertont seinen
Film anschließend noch mit der entsprechenden Sprache und
den passenden Sounds. Ist die Arbeit getan kann man zur ersten Vorstellung
laden und sich über staunende Gesichter freuen. Es ist doch
faszinierend welches Potential in den guten LEGO Bausteinen steckt.
Während meinen ersten Versuchen ist ein 35 Sekunden langer
Film entstanden, der mich schon einiges an Schweiß gekostet
hat. Er besteht aus insgesamt 212 Einzelbildern. Vertont ist er
bisher noch nicht. Das 1.7 MByte große AVI-File wurde mit
DivX komprimiert und steht hier zum Download bereit. Viel Spaß.


Titel des Films: Postraub
Spieldauer: 35 Sekunden
VideoCodec: DivX 4
Dateigrösse: 1.7 MByte

Weitere Links zum Thema: www.lego.com www.brickfilms.com www.1000steine.de www.legolomo.de
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