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4.) Fertigung des Montagewinkels

Zunächst wird der Aluwinkel in einer Länge abgeschnitten, die der Breite des Kameragehäuses entspricht. Damit der Winkel parallel zur Kameravorderseite steht, ist eine kleine Ausnehmung herauszufräsen (oder mit einer Rundfeile zu feilen), dort wo die verchromte Öse für die Halteschlaufe aufliegt. Kamera und Winkel berühren sich nur auf der Kameraunterseite und an den verchromten Teilen der Kameravorderseite. Die Position vom Stativgewinde der Kamera ist einzumessen. Eine 5mm-Bohrung wird genau unterhalb des Stativgewindes am Winkel angebracht und mit einem Viertelzollgewindebohrer wird ein Stativgewinde eingeschnitten. Die hinterdrehte Inbusschraube zur Befestigung der Kamera kann dann nicht herausfallen. Ohne Herausfallsicherung erfüllt notfalls auch eine 6mm Bohrung ohne Gewinde ihren Zweck. Der Winkel wird nun auf die Kamera geschraubt und die Objektivmitte am Winkel angezeichnet. Eine seitliche Abweichung von plus/minus 1mm ist dabei ausreichend. Auf der Drehbank wird mit Hilfe einer Aufspannscheibe (oder zur Not mit einer einfachen Lochsäge) eine ausreichend große Bohrung hergestellt. Durch diese Bohrung kann die Kamera später ihren ausgefahrenen Objektivrüssel stecken. Nur noch die scharfen Ecken und Kanten glätten, dann ist der Aluwinkel selbst fast schon fertig.

Als nächstes wird der Objektivstutzen auf einer kleinen Drehbank hergestellt. Er bekommt auf der einen Seite das 28mm Gewinde zur Aufnahme der Vorsatzobjektive (bzw. Teleskopokulare zur Verwendung an einem astronomischen Teleskop). Auf die andere Seite kommt die Bohrung zur Aufnahme des Objektivrüssels der IXUS sowie außen ein Flansch mit 3 Schraubenlöchern. Durch diese Flanschbefestigung zwischen Stutzen und Aluwinkel wird es möglich, den Objektivstuzen vor dem Anziehen der 3 Schrauben genau auf das Objektiv der IXUS zu zentrieren (Augenmaß 0.2mm genügt). Damit der optische Sucher und der Blitz nicht teilweise abgedeckt werden, wird der Flansch oben wieder abgefräst (oder gesägt, gefeilt), dort wo er über den Rand des Aluwinkels herausragt.

Nun wird das kleine Nirosta-Blechplättchen zurechtgeschnitten. Vorsicht Schnittgefahr, die Kanten sollten mit feinem Schleifpapier abgerundet werden. Das Plättchen wird in einem Schraubstock 2mm tief eingespannt und im Winkel von ungefähr 45 Grad gebogen. Die abgebogene Kante kann nun zwischen Aluwinkel und Objektivstutzen eingeklemmt werden. Unser Blitzlichtreflektor ist damit fertig.

Jetzt fehlt nur noch der neue zentrale Stativanschluss. Er wird aus ALU-Rundmaterial von mindestens 30mm Durchmesser gefertigt. Neben der zentalen Bohrung für das Viertelzoll-Stativgewinde kommen noch 2 eingesenkte 3mm-Bohrungen für M3 Senkkopfschrauben dazu. Damit wird diese kleine runde Stativplatte am Aluwinkel unten genau unterhalb des Objektivs befestigt.

Durch farblos Eloxieren (elektrolytisch Oxidieren) bekommt unser Adapter die gleiche Farbe wie die IXUS-400. Die Aluminiumteile werden dazu elektrisch leitend mit Aludraht oder dünnen Alublech festgeklemmt. Nun sind sie einige Minuten in das Ätznatronbad zu hängen (es schäumt richtig auf). Anschließend kommen sie in die Schwefelsäure und werden an ihrer Aufhängung mit dem Pluspol des Autobatterieladegerätes verbunden. Der Minuspol endet an einer Elektrode aus Alublech oder Bleiblech und wird ebenfalls in das Säurebad gehängt. Andere Metalle sollen nicht mit der Säure in Berührung kommen. Mit einem Strom von etwa 1 Ampere pro Teil bleiben sie 1.5 Stunden im Bad. Anschließend abspülen und in kochendes destilliertes Wasser legen. Wenn man die getrockneten Teile mit einem in Silikonöl getränkten Lappen abreibt, bekommen sie einen metallischen Glanz.

Der Zusammenbau der 4 Einzelteile ist problemlos. Die IXUS wird am Aluwinkel befestigt und eingeschaltet. Damit das Objektiv nicht gleich wieder zurückfährt, nimmt man die Batterie heraus. Nun kann der Objektivstutzen bei der Montage am Aluwinkel zentriert und dabei auch gleich der Blitzreflektor eingeklemmt werden.

Anschließemd kann man nur noch „gutes gelingen“ wünschen und viel Spaß mit der nunmehr vergrößerten Fotoausrüstung.

Sternwarte Harpoint (http://www.harpoint-observatory.com) 2003
Autor: Dipl. Ing. Hans Robert Schäfer

Kapitel 1:  Einleitung  

 

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Einleitung

Vorteile des
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Benötigtes
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Fertigung des
Montagewinkels

       
 
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