Know-how: Akkutechnologie
Beim Fotografieren fordern das Blitzlicht, der LCD-Monitor,
das Zoom-Objektiv und das Speichermedium eine leistungsfähige
Stromversorgung. Die größte Lebensdauer haben Lithium-Ionen-Akkus
und spezielle Fotozellen.
Akkus und Batterien bestehen aus mehreren, in Serie verbundenen
galvanischen Zellen. Diese benötigen für die Energieumwandlung
zwei elektrochemisch aktive Elektroden unterschiedlicher Zusammensetzung,
die über den so genannten Elektrolyten miteinander leitfähig
in Verbindung stehen. Schließt man eine Zelle über ihre
Pole an einen elektrischen Verbraucher an, so wird die im Inneren
gespeicherte chemische Energie in elektrische umgewandelt. Kameras
werden meist mit proprietären Lithium-Ionen (Li-Ion) oder handelsüblichen
Standardakkus aus Nickel-Metallhydrid (NiMH) betrieben.
NiMH-Zellen verfügen über eine maximale Energiedichte
von 300 Wattstunden pro Liter (Wh/l) und verkraften bis 1000 Lade-
und Entladezyklen. Ein normaler Ladevorgang dauert dabei bis zu
15 Stunden. Bei Lagerung gehen pro Monat circa 25 Prozent der gespeicherten
Energie verloren. Wird der Akku geladen, bevor er komplett entladen
wurde, macht sich mit der zeit ein "Memory Effekt" bemerkbar.
Der Akku gibt dann über den letzten Ladepunkt hinaus keine
Spannung mehr ab und verliert einen Großteil seiner Kapazität.
Lithium-Ionen-Akkus besitzen mit bis zu 400 Wh/l eine deutlich
höhere Energiedichte. Dadurch können sehr kompakte Bauformen
realisiert werden. Sie lassen sich circa 1200mal nachladen, wobei
die Selbstentladung im Monat bei nur acht Prozent liegt. Die Ladezeit
beträgt zwischen zwei und drei Stunden. Auch der Memory-Effekt
ist für Li-Ionen-Akkus kein Thema. Trotz der vielen Vorteile
wird oder kann die Lithium-Ionen Technologie nie Einzug in Standardakkus
der Mignon Bauform halten. Der interne chemische Prozess liefert
eine Klemmenspannung um 3.6V, Standardakkus der Mignon Bauform allerdings
nur 1,5V. Scheinbar gleiche Akkus mit unterschiedlicher Ausgansspannung
würden bei unerfahrenen Nutzern schnell zur Zerstörung
des eingesetzten Gerätes führen.
Standardakkus (1100 mAh) haben den Vorteil, dass man fast überall
Ersatz kaufen kann. Besser geeignet sind jedoch spezielle Fotoakkus,
wie sie beispielsweise Varta auf NiMH-Basis anbietet. Wegen ihres
geringen Innenwiderstands und der hohen Kapazität von 1600
mAh geben diese insbesondere bei Hochstromanwendungen wie Digitalkameras
oder Blitzgeräten länger Energie ab als beispielsweise
Alkali-Mangan-Batterien.
Umgebungstemperatur und Entladekurve sind entscheidend
Neben der Kapazität ist vor allem das Entladeverhalten von
Bedeutung. Alkali-Mangan-Zellen entladen sich beispielsweise nahezu
gleichmäßig. Problematisch ist dies im Zusammenhang mit
den in Digitalkameras eingebauten Spannungsprüfern. Diese schalten
ab, sobald ein bestimmter Spannungswert unterschritten wird, bei
dem ein einwandfreier Betrieb nicht mehr gewährleistet ist.
Die Restkapazität der Akkus bleibt ungenutzt. Fotoakkus können
die Spannung länger auf einem hohen Niveau halten und brechen
erst kurz vor der vollständigen Entladung stark ein. Je nach
Kameratyp sind dadurch deutlich mehr Aufnahmen möglich.

Bei hochwertigen Photo-Akkus fällt die Spannung erst
kurz vor der vollständigen Entladung ab. Digitalkameras quittieren
dies mit einer deutlich längeren Betriebsbereitschaft.
Auch die Betriebstemperatur des Akkus hat einen entscheidenden
Einfluß auf seine Leistungsfähigkeit. Wer seine Digitalkamera
schon einmal beim Skifahren eingesetzt hat, wird sich eventuell
über die scheinbar gesunkene Akkuleistung gewundert haben.
Zurück im Hotel ist der vorher scheinbar leere Akku wieder
einsatzfähig. Die Erklärung ist recht simpel. Um die chemische
Energie des Akkus in elektrische umsetzen zu können, benötigt
der Akku eine gewisse Reaktiontemperatur. Liegt die Umgebungstemperatur
(und damit der Akku) unterhalb dieser nötigen Temperatur, erzeugt
der Akku nicht mehr die von ihm erwartete Leistung. Zurück
im Hotel wärmt sich der Akku wieder auf und kann die noch in
ihm gespeicherte Energie abgeben. Beim Skifahren oder anderen kalten
Aktivitäten sollte man den Akku deshalb immer nah am Körper
tragen, um ihn auf der entsprechenden Temperatur zu halten.
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